Neue Sonderausstellung: Niebuhr – Mayers Schüler reist durch den Orient

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NIEBUHR – MAYERS SCHÜLER REIST DURCH DEN ORIENT

Im Sommer 1758 bekam Tobias Mayers berühmtester Schüler Carsten Niebuhr das Angebot, an einer Expedition des Dänischen Königs nach Arabien teilzunehmen.

Hätten Sie wohl Lust, nach Arabien zu reisen?

Warum nicht, wenn jemand die Kosten bezahlt!

Die Kosten soll Ihnen der König von Dänemark bezahlen.

Niebuhr wurde von Mayer auf diese Reise vorbereitet: Er unterrichtete ihn in Mathematik, Vermessung und Astronomie. Die königliche Instruktion für die Teilnehmer der Expedition weist den jungen Landmesser an, das Land genau zu vermessen. Exakte Längen- und Breitengrade sollten bestimmt werden, um weiße Flecken auf den Landkarten präzise auszufüllen

Neben Niebuhr bestand die Expedition aus zwei Professoren, einem Arzt, einem Maler und einem Bediensteten. Sie sollten die Sitten und Gebräuche des glücklichen Arabiens („Arabia felix“) studieren. Allerdings starben alle anderen im Laufe der Reise an Malaria und Niebuhr übernahm allein die Aufgaben der Expedition.

Niebuhr war von 1761 bis 1767 unterwegs. Seine Forschungsergebnisse sind bis heute bewundernswert. Er dokumentierte sie in insgesamt drei umfangreichen Büchern, zeichnete eine Vielzahl von Landkarten und Stadtplänen. Seine Karte des Jemen war weit ins 19. Jahrhundert unübertroffen und wurde berühmt.  Mit seiner Dokumentation und der späteren Veröffentlichung der Keilschriften in Persepolis schaffte er die Voraussetzung dafür, dass Orientalisten und Philologen sich an die Entschlüsselung der antiken Schriftsysteme machen konnten.

Tobias Mayer erlebte die Rückkehr Niebuhrs nicht mehr, er starb im Februar 1762. Niebuhrs exakte Vermessungen, mit denen er Mayers Monddistanzen-Methode testete, trugen dazu bei, dass dieser posthum den Preis des British Board of Longitude zur exakten Bestimmung der geographischen Länge erhielt. 

Die Ausstellung im Tobias-Mayer-Museum wird vom 23.07. bis zum 22.12.2021 gezeigt

Neben einigen Exponaten des Tobias-Mayer-Vereins konnten wir aus zwei hervorragenden Sammlungen Leihgaben bekommen:

  • Aus der Sammlung Höhne/Cuxhaven, die einige der wunderschönen, farbigen Kupferstiche Niebuhrs und seiner Expeditionskollegen besitzen
  • Aus der Sammlung des Dithmarscher Landesmuseums in Meldorf, die über Originale von Niebuhr verfügen, die er auf der Reise dabeihatte (z.B. den großen Oktanten samt Holzbehälter)

Die Ausstellung findet in den Räumen der Dauerausstellung statt. Wir haben die Exponate der Sonderausstellung so integriert, dass sie zu den Exponaten der Dauerausstellung passen.

Sie hat drei Schwerpunkte:

  • Niebuhrs Instrumente, die er zur Vermessung und zur exakten Ortsbestimmung nutzte
  • Seine Karten, die er auf der Reise mit hoher Präzision anfertigte
  • Bilder seiner Reise

Eine Auswahl von Niebuhrs Karten finden Sie im Erdgeschoss, in der auch Tobias Mayers Karten zu finden sind:

Die berühmte Jemen-Karte, die viele Jahrzehnte unübertroffen blieb
eine Skizze zur Vermessung der Pyramiden

Seine Instrumente finden Sie in der Instrumentenvitrine im Obergeschoss rechts

Niebuhrs Oktant mit Transportliste, die er auf der Reise dabei hatte.
Niebuhrs „Astrolabium“, das als Nachbau im Tobias-Mayer-Museum gezeigt wird.
Niebuhrs Spazierstock

Im Obergeschoss links zeigen wir seine Bilder

Stadtansicht von Raschid
Das große Tor zu Kairo

Zur Ausstellung erscheint ein 92-seitiger Katalog.