Biographie

Square

Tobias Mayer Biographie

17.02.1723 Geburt von Tobias Mayer in Marbach, Torgasse 13

Tobias Mayer wird als 6. Kind des Brunnenbauers und Wagners Tobias Mayer und dessen zweiter Frau Anna Catherina, geb. Fink, in Marbach am Neckar geboren.

1723/24 Umzug der Familie Mayer nach Esslingen

Die Familie siedelte nach Esslingen über, weil der Vater dort als Brunnenmeister eingestellt wurde.

1729 – 1741 Besuch der deutschen Schule und der Lateinschule in Esslingen; Tod der Eltern

Anfangs ging er nicht gerne in die Schule, da er immer nur abschreiben und auswendig lernen musste. Das Lernen fiel ihm jedoch sehr leicht.

Nach dem Tod des Vaters am 12. August 1731, Tobias war gerade 8 Jahre alt, gewährte ihm der Rat der Stadt Esslingen Unterkunft, Verpflegung und Kleidung im Waisenhaus, während die Mutter im Hospital als Krankenschwester arbeitete. Als Tobias 14 Jahre alt war (1737) starb seine Mutter.

1739 Stadtplan von Esslingen

Mit 16 Jahren zeichnete Mayer den nachweisbar ersten, die Reichsstadt Esslingen kartographisch sauber aufgenommenen Stadtplan. Rektor Salzmann ließ in Augsburg einen Kupferstich anfertigen und am 6. Dezember 1740 dem Magistrat 50 Exemplare überreichen. Tobias Mayer erhielt dafür zwei Silbermünzen.

1741 Veröffentlichung eines Buches über Geometrie und Mathematik.

Als er die vierte und höchste Klasse der Lateinschule besuchte, veröffentlichte Tobias Mayer sein erstes Buch über Geometrie.

1744-1746 Mitarbeiter des Pfeffel-Verlages in Augsburg

Als Tobias Mayer volljährig war, begab er sich nach Augsburg und arbeitete dort bei einem Schriftenstecher.

1745 Veröffentlichung des Mathematischen Atlas und eines Buches über Kriegsbaukunst.

Mit 22 Jahren veröffentlichte Mayer ein umfangreiches, aus 60 Doppelseiten bestehendes Lehrbuch zur Mathematik, den „Mathematischen Atlas“, zu dem er nach großem Verkaufserfolg 8 Supplementseiten zur Höheren Mathematik schrieb.

1746 -1751 Mitarbeiter des Landkartenverlages Homanns-Erben in Nürnberg

Veröffentlichung von über 30 Landkarten und diversen Aufsätzen über astronomische Probleme, Schwerpunkt Mondforschung.

1751 Heirat und Annahme einer Professur der Universität Göttingen verbunden mit der Leitung der Universitätssternwarte.

Tobias Mayer heiratete Maria Victoria Gnüge, mit der er 8 Kinder hatte. Er nahm das Angebot einer Professur an der Universität Göttingen an und siedelte dorthin über. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit befasste er sich vor allem mit Fortifikation, Physik, Mathematik und Astronomie.

Leiter des Göttinger Observatoriums, damals die modernste Sternwarte in Europa.

1752 – 1756 Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Göttingen

Zahlreiche Veröffentlichungen über Längenbestimmung, geodätische Messverfahren und Messinstrumente, Astronomie, Geophysik, Mathematik.

Bewerbung um den Längenpreis des Englischen Parlaments (1714 ausgeschrieben).

1757 – 1762 Behinderung der astronomischen Forschung durch die Wirren des Siebenjährigen Krieges

Veröffentlichungen über Astronomie, Messinstrumente, Farbentheorie und Erdmagnetismus.

20.02.1762 Tod durch Faulfieber (Fleckfieber, Typhus)

Am 20. Februar 1762 starb Tobias Mayer im Alter von 39 Jahren in Göttingen an Typhus. Im Todesmonat erschien seine letzte Arbeit.

1765 – 1891 Posthume Verleihung eines Teils des britischen Längenpreises, Veröffentlichung zahlreicher Forschungsergebnisse

Für seine Arbeiten zur genauen Bestimmung der geographischen Position auf dem Meer erhielt seine Witwe einen Preis von 3000 Pfund aus England (entspricht heute etwa einer Million Euro).

In dieser Zeit werden zahlreiche Arbeiten und Werke von Tobias Mayer veröffentlicht, darunter auch die berühmte Mondkarte mit Gradnetz.

1960 Beginn der „Mayer-Renaissance“ durch den schottischen Naturwissenschaftler E. G. Forbes

Der Professor der Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Edinburgh beschäftigte sich seit 1960 mit dem Nachlass Mayers und veröffentlichte 1972 Mayers „Unpublished Writings“ sowie 1980 die erste Biographie Mayers („Pioneer of enlightened science in Germany“).

1981 Gründung des Tobias-Mayer-Vereins in Marbach, Torgasse 13

Prof. Erwin Roth kaufte 1980 das Geburtshaus und gründete den „Tobias-Mayer-Museumsverein“. Seit 1991 leitet Prof. Dr. Armin Hüttermann den Verein, von 1995 bis 2016 gab es ein Museum im Erdgeschoss des Geburtshauses. 2018 wird das Museum mit einem Erweiterungsbau wiedereröffnet.

  • Abb. 1 TM Porträt Kaltenhofer in Ephemeriden 1799, Ausschnitt
  • Abb. 2 Auszug aus Tobias Mayers Biografie. (Hüttermann 1988)
  • Abb. 3 Auszug aus dem Taufregister in Marbach am Neckar
  • Abb. 4 Tobias-Mayer-Haus (2010) (Foto A. Hüttermann)
  • Abb. 5 Tobias Mayer, in Keller 1814, S. 276-277
  • Abb. 5 Tobias Mayer, in Keller 1814, S. 278
  • Abb. 6 Tobias Mayers Zeichnungen des Esslingers Hospitals (1737)
  • Abb. 8 Tobias Mayer Die Gegend um Esslingen (1743). Aus Mathematischer Atlas (1745)
  • Abb. 9 Tobias Mayer Straße Esslingen – Kloster Weil (1742)
  • Abb. 10 Fembohaus in Nürnberg (Kupferstich 2002)
  • Abb. 11 Vorrede der Kosmographischen Nachrichten und Sammlungen (1750)
  • Abb. 12 Kirche in Wiedersbach, in der Tobias Mayer und Maria Victoria Gnüge am 16.2.1751
  • Abb. 13 Auszug aus dem Kirchenbuch von Wiedersbach
  • Abb. 14 Straßenkarte Nürnberg-Göttingen (1751; YelinMayer) teil 1
  • Abb. 14 Straßenkarte Nürnberg-Göttingen (1751; YelinMayer)Teil 2
  • Abb. 15 Tobias Mayer in Pütter 1765 S. 68-69
  • Abb. 15 Tobias Mayer in Pütter 1765 S. 70-71
  • Abb. 16 Carsten Niebuhr (aus Rasmussen 1992)
  • Abb. 17 Pastellbild Tobias Mayer (in Privatbesitz)
  • Abb. 18 Wolfgang Jauch Vertonung des Sonetts von Tobias Mayer (2007)
  • Abb. 19 Abraham Gotthelf Kästner Elogium Tobiae Mayeri. Göttingen 1762, Teil 1
  • Abb. 19 Abraham Gotthelf Kästner Elogium Tobiae Mayeri. Göttingen 1762, Teil 2
  • Abb. 20 Rede des Stadtschultheißen von Marbach am 20.2.1862 (Privatbesitz)