Wie das neue Tobias-Mayer-Museum entstanden ist

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2012 Der Tobias-Mayer-Verein erwirbt das Nachbarhaus „Göckelhof 2“

Für den symbolischen Preis von 1 € kann der Verein das Nachbargebäude erwerben und eine Erweiterung des Tobias-Mayer-Museums planen. Die Planung für einen Neubau wurde 2014 den Vereinsmitgliedern und dem Gemeinderat der Stadt Marbach vorgestellt. Der verstorbene Nachbar, der Landwirt Hermann Breitenbücher hatte dies ermöglicht, denn er vermachte dem Tobias-Mayer Verein in seinem Testament das Vorkaufsrecht des Göckelhofs. Da das Gebäude sich in einem sehr schlechten Zustand befand und die Vorstellungen des zur Museumserweiterung nicht in diesem Gebäude realisiert werden konnten, beschloss man den Abriss des Gebäudes und einen Museumsneubau an dieser Stelle.

2013/2014 Architektenwettbewerb und erste Pläne

Die Architektenbüros Knappe und Weccard/Bochert erstellten erste Pläne für einen Neubau. Der Verein entschied sich 2014 für die Entwürfe des Architekten Manfred Knappe.

2013/2014 Das Breitenbücherhaus wird ausgeräumt und abgerissen

In einer aufwändigen Aktion mit insgesamt 15 Terminen haben mehr als ein Dutzend Vereinsmitglieder das durch den Verein erworbene Haus des Hermann Breitenbücher ausgeräumt und alle Gegenstände vorschriftsmäßig entsorgt bzw. archiviert. Im Jahr darauf wird das Breitenbücherhaus in der Altstadt abgerissen. Das Haus wurde Stück für Stück von oben nach unten abgetragen. Dabei wurden hinter den Wandverkleidungen die Skelette von Haustieren gefunden. Richtig interessant wurde es, als der Gewölbekeller frei lag, Denn hier wurde dann die Bodenplatte für den Neubau verankert. Als echte Herausforderung für den Baggerführer des Bauunternehmers Team2, erwies sich der Abbruch des denkmalgeschützten Kellers, der halb unter das Geburtshaus von Tobias Mayer ragte. Hierzu wurde das alte Museumshaus aufwändig mit Doppel-T-Trägern abgestützt, die vollständig durch das gesamte Haus gezogen wurden, das 1711 gebaute Haus schwebte also förmlich über einer Baugrube.

2015/2016 Neukonzeption des Museums

Die Mitglieder des Tobias-Mayer-Vereins arbeiteten in Arbeitskreisen und mit Unterstützung von Studierenden der Stuttgarter Hochschule für Kommunikation und Design an der Neukonzeption und am neuen Design des Museums. So wird das Leben und das Werk von Tobias Mayer im neuen Museum räumlich getrennt gezeigt und ein einheitlicher visueller Auftritt gestaltet.

2015 – 2018 Sponsoring des Museumsneubaus

Angefangen mit Einzelspenden von Privatpersonen, Firmen (z.B. Fa. Klöpfer, Winnenden, Fa. Prisma, Waiblingen) und Organisationen (z.B. Lions Club Bottwartal) über eine Lotterie des Marbacher Stadtmarketings und die bereits 4 mal durchgeführte Tobias-Mayer-Classic Rallye reihen sich die Sponsor-Aktivitäten des Tobias-Mayer-Vereins seit Beginn der Neubauplanung aneinander. Natürlich trugen der Tobias-Mayer-Verein und auch die Stadt Marbach ihren nennenswerten finanziellen Teil bei, aber erst die großzügige Spende von Hermann Püttmer, Chef der Firma RIVA in Backnang, machte den zügigen Beginn und Abschluss der Baumaßnahmen möglich.

2016 Grundsteinlegung

Nach schwierigen, aber letztendlich erfolgreichen Verhandlungen mit dem Landesdenkmalamt wurde am 17.10.2016 der Grundstein für den Neubau des Tobias-Mayer-Museums gelegt. Neben aktuellen Tageszeitungen, Geldscheinen und Münzen sind die Gebäudepläne in den Behälter gekommen. Außerdem die Kopie eine Zeichnung des jungen Hermann Breitenbücher, das einen Weihnachtsmann zeigt. Dieter Baader schenkte dem Verein zur Grundsteinlegung ein historisches Messinstrument. Der Theodolit stammt aus dem Jahr 1910 und war beim Bau der Abessinischen Eisenbahn eingesetzt.

2017 Studierende entwickeln das neue Design des Museums

Studierende der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung in Stuttgart präsentierten am 28. Januar 2017 unter der Leitung von Frau Prof. Sybille Wohlfarth Entwürfe für ein neues Erscheinungsbild für das Tobias-Mayer-Museum . Im Seminar „Corporate Design“ untersuchten die Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign die Marke und die Identität des Museums. Der Neubau des Museums gab den Anlass einer Neupositionierung des Tobias-Mayer-Museums sowohl in der regionalen als auch überregionalen Museumslandschaft.

2017 Der Neubau entsteht

Realisiert wurde der Neubau in den Jahren 2017 und 2018 durch die Baufirma Team2 sowie durch das Architekturbüro Webler und Geissler, Stuttgart. Die Betonverschalung des Gewölbekeller kam einem „Puzzlespiel“ gleich.

2017 Richtfest des neuen/erweiterten Museums

Vor vielen Gästen und begleitet von Grußworten vom Architekten, Bürgermeister, Hauptsponsor und dem 1. Vereinsvorsitzenden, wurde am 14. Juli 2017 von den Mitarbeitern des Bauunternehmens Team2, der Richtspruch gehalten. Die besten Nachrichten waren, dass der Baufortschritt im Plan liegt und dass es bisher keine Unfälle auf der Baustelle gegeben hat Zum anderen erklärte sich der Hauptsponsor des Museums bereit, auch den Innenausbau zu übernehmen.

Ein besonderer Gast des Richtfests war Rainer Kalnbach. Der 89-Jährige aus Hamburg war Karten-Kupferstecher – und zwar der letzte bundesweit, der dieses Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Zum Abschluss des Festes wurde die geladenen Gäste auf der Baustelle mit Speisen und Getränken bewirtet.

2017 Was machen die anderen; über den Tellerrand schauen

Mitglieder des Vereins besuchten Museen, um sich Anregungen für das eigene, neue, gerade im Bau befindliche Museum zu holen – Präsentation der Exponate, grafische Darstellung oder auch Bewirtung im Museum.

2018 Das Konzept für den Innenausbau

Das Konzept für den Innenausbau wurde durch die Agentur Vista Rasch aus Leinfelden-Echterdingen erarbeitet. 120 Quadratmeter beträgt die Ausstellungsfläche. Zum Vergleich: Im nun integrierten Tobias-Mayer-Geburtshaus waren es 18 qm. Während das Untergeschoss Platz für Veranstaltungen und Wechselausstellungen bietet und im zweiten Obergeschoss in einer Bibliothek recherchiert werden kann, wird die Ausstellung im Erd- und im ersten Obergeschoss per Rundgang durchlaufen.

2018 Neueröffnung am 6. Oktober

Mit ca. 500 Gästen und 16 Rednern wurde die Eröffnung des um einen Neubau erweiterten Tobias-Mayer-Museums gefeiert. Bei großartigem Wetter wäre das gut besuchte Zelt eigentlich gar nicht notwendig gewesen. Die Besucher nahmen die Gelegenheit war, sich das Museum in allen Details anzusehen. Von den am Neubau beteiligten hatte sich keiner nehmen lassen zu diesem Anlass zu erscheinen. Angefangen vom Bürgermeister Jan Trost, über den Architekten Webler, war auch mit Stephan Wittkampf ein Nachfahre von Tobias Mayer dabei und sehr beeindruckt über das was hier entstanden war. Der Vereinsvorsitzende Armin Hüttermann und der Hauptsponsor Hermann Püttmer durschschnitten ein rotes Band, was zusammen mit dem Start von vielen Luftballons die Eröffnung des Museums symbolisierte. Mit gutem Bier aus der Salzscheuer Brauerei und Wein von den Marbacher Wengerten liessen sich die Besucher die leckeren Häppchen schmecken die dazu gereicht wurden.

Radiointerview mit dem Vereinsvorsitzenden Prof. Armin Hüttermann am 10.Oktober 2018 im Mittagsmagazin des SWR2 (Fr. Gramling)

2018 Viele neue Ausstellungsgegenstände

Auf der neuen großen Ausstellungsfläche des Museums werden mehr Exponate ausgestellt, als auf den bisherigen 18 qm des alten Museums. Längst nicht alle gesammelten Werke haben in der Dauerausstellung Platz, da in letzter Zeit noch viele neue Exponate hinzugekommen sind. Die Sammlung des Tobias-Mayer-Vereins, zu der Dinge wie eine Kopie der Taufurkunde oder sämtliche von Mayer gezeichneten Karten gehören, hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert. Am augenfälligsten und bedeutendsten ist das Geschenk des Museums-Sponsors Hermann Püttmer: Ein vier Meter breites Ölgemälde, das in einer Collage Szenen aus Mayers Leben und Werk zeigt. Zu den neuen Exponaten gehören zudem unter anderem ein Astrolabium – ein astronomisches Instrument, an dessen Tradition Tobias Mayer anknüpfte –, ein Sextant und ein vollständiger „Mathematischer Atlas“, ein von Mayer verfasstes Lehrbuch zur Mathematik mit umfangreichen Illustrationen zur Verdeutlichung komplexer Sachverhalte.

Wie das neue Museum entstanden ist