{"id":1107,"date":"2018-01-19T17:13:12","date_gmt":"2018-01-19T16:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/tobias-mayer-museum.de\/?p=1107"},"modified":"2023-06-22T12:33:40","modified_gmt":"2023-06-22T10:33:40","slug":"1107","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tobias-mayer-museum.de\/?p=1107","title":{"rendered":"Ein Ort, um nach den Sternen zu greifen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Marbach-Zeitung Online 19.01.2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bauarbeiten am neuen Tobias-Mayer-Museum laufen auf Hochtouren. Bereits Monate vor der Er\u00f6ffnung deutet sich an, welch ein Kulturschatz hier inmitten der Altstadt entsteht. <em>Von Andreas Hennings<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Foto: Michael Raubold Photographie<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Es ist ein Projekt der Kontraste, das zurzeit in der Marbacher Altstadt verwirklicht wird. Auf der einen Seite steht das Haus, in dem der sp\u00e4ter weltbekannte Astronom Tobias Mayer 1723 das Licht der Welt erblickte. Ein f\u00fcr Marbachs Gassen typisches Geb\u00e4ude \u2013 vergleichsweise klein, durchzogen von Fachwerk, ehr- und liebensw\u00fcrdig. Daneben entsteht ein Neubau, der mit modernen Formen aufwartet, viel Platz bietet und sich \u2013 so das Ziel \u2013 gut ins Erscheinungsbild der Altstadt einpasst. Was die beiden Geb\u00e4ude vereint: Sie werden vom Sommer an gemeinsam das Tobias-Mayer-Museum beherbergen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Vereinigung von Alt und Neu, vom kleinen Marbach und dem gro\u00dfen Feld der Astronomie wird bereits jetzt, w\u00e4hrend des Baus, im Keller deutlich. Die Decke ist hier formsch\u00f6n geschwungen, erinnert einerseits an Gew\u00f6lbekeller, wie es sie in Marbach zigfach gibt. Andererseits \u2013 passend zu Mayer \u2013 ans Himmelszelt. \u201eDas wird ein Hingucker\u201c, sagt Armin H\u00fcttermann, Vorsitzender des Tobias-Mayer-Vereins.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit ihm haben wir hinter Ger\u00fcst und Fassade geblickt \u2013 und so weitere Details entdeckt, welche die Besucher nach der Er\u00f6ffnung im Sommer (ein Termin steht noch nicht fest) auf der 118\u200a\u200aQuadratmeter gro\u00dfen Ausstellungsfl\u00e4che als Hingucker wahrnehmen d\u00fcrften. Zum Vergleich: Das bisherige Museum erstreckte sich auf gerade einmal 18 Quadratmetern.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch gar nicht mit eingerechnet ist da der <strong>Veranstaltungskeller.<\/strong><br>Die Handwerker sind hier mit der Flex zugange, es ist staubig, der Zugang erfolgt \u00fcber eine provisorische Treppe. Unter der beschriebenen, aus Beton gefertigten Decke werden einmal 30 bis 40 Besucher Platz finden. Der Raum verf\u00fcgt \u00fcber einen separaten Eingang, kann also au\u00dferhalb der Museums-\u00d6ffnungszeiten genutzt werden. Angedacht sind Vortr\u00e4ge oder auch Weinverkostungen. Eine Theke mit Ausschank soll dabei f\u00fcr ein gem\u00fctliches Flair sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl kaum ein Besucher wird sich dann vorstellen k\u00f6nnen, auf welch aufwendige Weise der Keller entstanden ist. Denn dieser ragt nun bis unters angrenzende Tobias-Mayer-Geburtshaus. Um das zu erm\u00f6glichen, wurden W\u00e4nde entfernt \u2013 das 1711 gebaute Haus schwebte also f\u00f6rmlich \u00fcber einer Baugrube. Unterhalb des Geb\u00e4udes, in dem Tobias Mayer in \u00e4rmliche Verh\u00e4ltnisse hineingeboren wurde, findet sich so auch bald \u2013 hinter den Kulissen \u2013 das kleine Technikzentrum des Museums. Durch den neuen Haupteingang gelangt man ins <strong>Erdgeschoss<\/strong><br>und damit in den Ausstellungsbereich. Auch hier wurde ein Durchbruch ins Mayer-Haus vorgenommen, die alten Museumsr\u00e4ume werden weiterhin genutzt. Sie wurden saniert, die historisch anmutenden Dachbalken und die Natursteinwand sind neu ins Szene gesetzt. \u201eEin tolles Ambiente\u201c, schw\u00e4rmt Armin H\u00fcttermann bei diesem Anblick, w\u00e4hrend ein Radio die Handwerker mit Musik unterh\u00e4lt. Und wo im Nachbarzimmer im Altbau noch eine Trocknungsanlage warme Luft auf die Baustelle bl\u00e4st, wird sich der Toilettentrakt befinden. Im Neubau ist dazu Platz f\u00fcr den Kassenbereich, einen Shop \u2013 und besonders wichtig: f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Ausstellungsraum des neuen Museums.Dieser wird begrenzt durch den Treppenaufgang ins <strong>erste Obergeschoss.<\/strong><br>Warum das eine Erw\u00e4hnung wert ist? Ganz einfach: Die Aufg\u00e4nge dienen als Lichtschacht \u2013 ein hohes, \u00fcber zwei Etagen reichendes Fenster sorgt f\u00fcr Helligkeit. Der Treppenaufgang wurde dabei eigens mit einer Breite von 4,20 Metern konzipiert, damit das neue, vier Meter breite Panoramabild vom Wiener K\u00fcnstler Michael Fuchs \u00fcber das Leben von Tobias Mayer (wir berichteten) einen prominenten Platz erh\u00e4lt. Auch ein plastisches Mondkugelsegment, erstellt aus Daten der US-Weltraumbeh\u00f6rde NASA \u2013 samt dem T.-Mayer-Krater \u2013 wird in einem der beiden R\u00e4ume auf dieser Etage zu sehen sein. Zwei Hingucker, um in der Sprache Armin H\u00fcttermanns zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wechselausstellungen sind im <strong>zweiten Obergeschoss<\/strong><br>angedacht, das einen weiteren H\u00f6hepunkt bietet. Denn von hier kann man \u00fcber die D\u00e4cher der Altstadt bis zur Alexanderkirche und zum Krankenhaus blicken. Sowohl durch die breite Glasfassade, als auch von einer kleinen Dachterrasse aus. \u201eEin sch\u00f6ner Platz f\u00fcr Sektempf\u00e4nge\u201c, findet Vorstandsmitglied Dieter Baader, der sich Tag f\u00fcr Tag auf der Baustelle um das Wohl der Handwerker k\u00fcmmert. Die Terrasse ist das Ergebnis aus der Vorgabe, das Obergeschoss in der Altstadt nicht zu klobig wirken zu lassen. Die W\u00e4nde sind im Vergleich zu den Untergeschossen nach innen versetzt. \u201eDar\u00fcber sind wir aber ganz froh. Das gibt dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit\u201c, meint Armin H\u00fcttermann. Ein Blickfang sind auch die sechseckigen, je 80 Kilogramm schweren Fenster, die an die Farbdreiecke von Tobias Mayer in der Farbenlehre erinnern sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem zweiten Raum werden Besucher hier selbst aktiv werden k\u00f6nnen, ob in der Bibliothek oder an mit Computern ausgestatteten Tischen. Auch der Arbeitsplatz eines Kartenkupferstechers, ein Beruf, den Mayer auch erlernt hatte, ist vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas wird alles vom Feinsten\u201c, blickt Armin H\u00fcttermann voraus, gerade in Anbetracht des Ausma\u00dfes. Ohne Unterst\u00fctzung h\u00e4tte der Verein ein solches Museum nie stemmen k\u00f6nnen. \u201eNun bekommen wir das Haus mitsamt der Einrichtung geschenkt\u201c, sagt er. Gl\u00fccksf\u00e4lle sind, dass der Verein das Grundst\u00fcck f\u00fcr einen Euro kaufen konnte und, dass der Backnanger Unternehmer Hermann P\u00fcttmer das Projekt sponsert. \u201eAuch unsere Mitglieder haben gespendet. Einer gar 25\u200a000 Euro\u201c, berichtet H\u00fcttermann. Ebenfalls besonders: Der Gestaltung der R\u00e4ume nimmt sich Achmed Rasch aus Stuttgart an, der das renommierte Astronomy-Center in Mekka verwirklichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Um auch langfristig handlungsf\u00e4hig zu bleiben, sind die Mieteinnahmen aus der Obergeschoss-Wohnung im Mayer-Geburtshaus f\u00fcr den Verein besonders wichtig. Auch diese wird bis Sommer grundlegend saniert, um dann wieder vermietet werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marbach-Zeitung Online 19.01.2018 Die Bauarbeiten am neuen Tobias-Mayer-Museum laufen auf Hochtouren. Bereits Monate vor der Er\u00f6ffnung deutet sich an, welch ein Kulturschatz hier inmitten der Altstadt entsteht. 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