Der große Traum von Astro-Alex

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Marbacher Kulturschaffende haben über mögliche Veranstaltungen in diesem und im kommenden Jahr gesprochen . Henning Maak, Marbacher-Zeitung ePaper vom 25.03.2021, Foto-Quelle dpa

Die Kulturbranche gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Wirtschaftszweigen. Was an Veranstaltungen in Marbach in den kommenden Monaten möglich sein könnte, darüber haben sich zahlreiche an der Marbacher Kultur Beteiligte jetzt in einer Videokonferenz unter der Leitung von Melanie Salzer von der Stadt Marbach ausgetauscht. „Von 56 geplanten Veranstaltungen konnten 15 stattfinden, vier wurden nachgeholt und 23 mussten abgesagt werden“, erläuterte die Kulturbeauftragte die schwierige Situation . Hoffnung gibt es bei der Stadt, die geplanten Feierlichkeiten zum Hölderlin-Jubiläum im Juli als Open-Air-Veranstaltungen durchführen zu können. Birger Laing vom Schillerverein hofft auf den Vortrag des Hölderlin-Biografen Thomas Knubben über die Winterreise des Dichters nach Bordeaux. Im Dezember sei eine Nacht mit Märchen von Hans Christian Andersen angedacht. Stattfinden soll der Marbacher Orgelsommer an den letzten beiden Juli- und den ersten beiden Augustwochenenden. Auch die vom neuen Bezirkskantor Andreas Willberg eingeführte Musik zur Marktzeit am Samstagvormittag soll weiterlaufen. „Unser Kirchenchor-Konzert am ersten Advent steht aber noch unter Vorbehalt“, sagte Willberg.

Mit einem großen Fragezeichen versehen ist auch die „Musik im Advent“ des Liederkranzes Marbach am 11. und 12. Dezember. „Für uns ist es ganz bitter, Chorgesang ist derzeit gar nicht möglich“, bedauerte die Vorstandsvorsitzende Beate Löffler. Ähnliche Sorgen treiben auch Wolfgang Jauch, den Chorleiter am Friedrich-Schiller-Gymnasium, um: „Derzeit sollen keine außerunterrichtlichen Veranstaltungen stattfinden. Ich hoffe, dass unsere Ensembles bestehen bleiben und neu motiviert werden können.“ Auch Hans-Martin Gündner von Sinfonia Marbach bemängelte „fehlenden Probenraum und -zeit“.

Relativ gut durch die Pandemie ist das Deutsche Literaturarchiv gekommen. „Wir haben einen zentralen Zoom-Account, über den wir Gespräche, Reden und Workshops laufen lassen“, erklärte Pressereferentin Rica Burow. Diese seien auf Youtube abrufbar, auch die letztjährige Schillerrede von Christian Drosten. Für 2021 sei alles digital geplant, sogar virtuelle Führungen durch die Museen via Zoom seien möglich.

Einen Ausblick auf 2023 gab Armin Hüttermann mit den Planungen für den 300. Geburtstag von Tobias Mayer. Nach dem Erfolg mit Ulf Merbold im Jahr 2012 träumt er davon, „Astro-Alex“ Alexander Gerst nach Marbach zu locken. „Man kommt aber schwer an ihn heran“, gab er zu bedenken. Hüttermann hofft auch, dass 2023 wieder ein 18. Jahrhundert-Fest stattfinden kann. „Allerdings müssen wir sehen, wie weit dann die Baustelle in der Marktstraße ist.“ Die Bauarbeiten dort sollen nach den Sommerferien beginnen und umfassen sechs Abschnitte. City-Managerin Heike Büttner würde sich freuen, wenn darstellende Künstler die vorhandenen Flächen vor dem Umbau mit Pop-Art-Kunst gestalten würden .